Unter dem Titel „Die Agenda 2030 als Kompass aus der COVID-19-Krise: Warum die Gesundheitskrise eine neue Wirtschafts-, Umwelt- und Sozialpolitik fordert“ lud SDG Watch Austria am 27. Mai 2020 zu einem Online-Event mit interessanten Vortragenden.

Wir würden einen ganzen Railjet füllen“ begrüsste Moderator Heinz Nusser die ca. 500 Teilnehmenden und stellte anschließend SDG Watch Austria vor. Dabei handle es sich ist ein Zusammenschluss von rund 200 zivilgesellschaftlichen und gemeinnützigen Organisationen. SDG Watch Austria setze sich gemeinsam für eine ambitionierte Umsetzung der Agenda 2030 und die Erreichung der SDGs in Österreich ein.

Annelies Vilim, Geschäftsführerin der AG Globale Verantwortung für SDG Watch Austria, sprach in ihrer Keynote darüber, dass Covid-19 unser Leben verändert hat. Sie zeige uns, wie vernetzt wie wir seien und voneinander abhängig. Sie zeige auch unsere systemischen Irrwege und Schwächen, z.B. in den Gesundheitssystemen. Die durch COVID-19 ausgelöste Gesundheitskrise führe weltweit zu einer wirtschaftlichen und sozialen Krise. Soziale und ökonomische Ungleichheiten verstärken sich. Mehr als eine Milliarde Menschen weltweit werden verarmen. COVID-19 zeige auch den Verlust von Biodiversität und Krankheiten von Menschen auf. Weitermachen wie bisher, wäre daher keine Option. Die Umsetzung der Agenda 2030 mit ihren 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung seien existentiell, dies sei der Schlüssel, dies sei der Kompass für eine zukünftige Politikgestaltung. Wann wenn nichts jetzt?

Anschließend eröffnete Klimaschutzministerin Leonore Gewessler mit einer Videobotschaft den Event. Sie sprach über die Auswirkungen von COVID-19 und dass sich der Wiederaufbau an die SDGs ausrichten wird. Denn eine derartige Zäsur, eine derartige Krise bräuchte politisch eine andere Richtung, eine die sich an der Nachhaltigkeit ausrichte.

Karin Fischer von der Johannes Kepler Universität Linz und Andrea Köppl vom WIFO erläuterten anschließend die Einschätzungen der Wissenschaft zur Reduktion von Ungleichheiten auf globaler Ebene sowie zur Relevanz nachhaltiger Wirtschaftsweisen. Karin Fischer bezeichnete Corona als „Ungleichheitsvirus“ und rief dafür auf, dass wir uns im Sinne eines guten Lebens für alle für die Aufhebung der Ungleichheit aus Sicht des Südens einsetzen. Andrea Köppl zeigte auf, dass die Corona-Krise die Klimasituation in keiner Weise verbessere, denn dafür sei ein permanenter Emissionsrückgang der Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre erforderlich. „Wir haben keine Abkehr vom mittelfristigen Emissionen-Trend in Österreich“.

Resillienz (mehr Robustheit gegenüber allen Arten von Störungen, wie COVID-19), Permanente Innovation, Überdenken unseres Wohlstandes (BIP ist dafür kein ausreichender Indikator) und Umsetzung der Pariser Klimaabkommens und des EU Green Deals seien die neuen Orientierungen für die Wirtschaftspolitik.

Clemens Auer, Sonderbeauftragter für Gesundheit und Teil des Corona-Krisenstabs im Gesundheitsministerium, referierte anschließend über die Wechselwirkungen zwischen Gesundheitssystem und nachhaltiger Entwicklung. Sozial- und Wirtschaftsleben würden zusammenhängen, diese würde durch eine Pandemie in Frage gestellt werden. Wir würden noch viel zu wenig über die Corona- und Influenza-Viren und deren Impfungen wissen. „Ich glaube, was wir nicht gelernt haben, ist ein umfassendes holistisches Assessment zu schaffen, wie wir mit Viren im sozioökonomischen Kontext umgehen sollen.“

Bei der Podiumsdiskussion „Innovation statt business as usual“ am Nachmittag wurden mit folgenden Teilnehmer*innen über Potentiale und Lösungsstrategien der Agenda 2030 diskutiert:

  • Petra Bayr (Abgeordnete zum Nationalrat, SPÖ),
  • Franz Essl (Department für Botanik und Biodiversitätsforschung der Universität Wien),
  • Irene Janisch (Abteilungsleitung OECD, Nachhaltigkeit im Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort),
  • Carmen Jeitler-Cincelli (Abgeordnete zum Nationalrat, ÖVP),
  • Klaus Schwertner (Geschäftsführer der Caritas Wien) und
  • Thomas Alge (SDG Watch Austria).

Das SDG Forum ist hier nachschaubar: https://www.youtube.com/channel/UC5n0yLME-rfLOOaV-3YKePA/live

Weitere Informationen: sdgwatch.at/de/was-wir-tun/sdg-forum

Hier das Programm: sdgwatch.at/files/837/sdg_online_event_2020_einladung.pdf

Fotocredit: Mameraman / shutterstock.com

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