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Partizipation ja – Mitsprache nein?
Jugendliches soziales und politisches Engagement für Nachhaltigkeit

Im Rahmen der fünften Veranstaltung der Reihe „Mut zur Nachhaltigkeit“ widmete sich Prof. Dr. Natalia Wächter, Department for Educational Science der Universität Graz, am Donnerstag, 28. April 2016 diesem Thema.

Der Vortrag in den Räumen der Wiener Kommunalkredit Public Consulting handelte von Beteiligungschancen und sozialer Gerechtigkeit durch Partizipation und von Benefits dieses Engagements, weiters von jugendlichen Ideen und Bewegungen im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit – und von Jugendlichen zwischen Engagement und dem Spannungsfeld gesetzlicher Rahmenbedingungen. Wächters Punkte zusammengefasst:

  • Junge Menschen kämpfen in Europa für mehr Demokratie und für eine gerechte Verteilung. Das politische Interesse der Jugendlichen steigt zwar an, doch die politische Partizipation der Jugendlichen muss erst gelernt werden.
  • Partizipation heißt für Jugendliche auch Veränderung, sowohl der Inhalte als auch der Strukturen, es fehlt ihnen jedoch an Handlungsmöglichkeiten. Sie machen dafür die Politik verantwortlich, sie vertrauen den politischen Parteien nicht. Am meisten vertrauen sie den Menschenrechts- und Umweltschutzgruppen, der Polizei und den Gerichten. (lt. 17. Shell Jugendstudie 2015)
  • Das Interesse der Jugendlichen an einem Umweltbewusstsein sinkt jedoch, weil der Kosten- und Konsumdruck zu hoch ist (lt. Studie des deutschen Umweltbundesamtes 2016)

Traue keiner Statistik, die Du nicht selber gefälscht hastso lautete die Antwort der anschließenden Diskutanten Claudia Kinzl, Geschäftsführerin Jugend-Umwelt-Plattform JUMP, Robert Lender, Leiter des Kompetenzzentrum Jugend im Bundesministerium für Familien und Jugend und David Neuber, Vorsitzender Bundesjugendvertretung BJV. Sie betonten, dass die Nachhaltigkeit und die Umwelt die jüngere Generation sehr wohl bewegen würden, sie könnten dies aus ihrer Praxis bestätigen und Studien würden dies belegen.

Der Greenpeace Nachhaltigkeitsbarometer 2015 aus Deutschland gibt ihnen recht. Die jüngere Generation ist zu großen Teilen bereits für die Nachhaltigkeit engagiert und möchte dies auch in Zukunft fortsetzen. Allerdings braucht sie Freiräume, um ihr Engagement gestalten zu können. Insofern sind die Schulen besonders gefragt, Angebote zu den Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung zu schaffen. Diesen Herausforderungen stehen Jugendliche keineswegs gleichgültig gegenüber, wie dies Natalia Wächter in ihrem Vortrag anklingen ließ. Die aktuelle Greenpeace Studie beweist, dass Jugendliche sich bereits heute dafür einsetzen, ihre Zukunft durch Beteiligung an Entscheidungsprozessen nachhaltig zu gestalten.

Weitere Infos: www.umweltbundesamt.at

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