Nachhaltigkeitskommunikation

Von Evelyne Huber und Claus Reitan. Wir kommunizieren Zukunftsfähigkeit.

Warnruf an die Menschheit

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Der Sonderbericht des Weltklimarats IPCC zum 1,5-Grad-Limit beim Klimawandel ist eines der wichtigsten wissenschaftlichen Dokumente des Jahres. Seine endgültige Fassung wird zwar erst im Herbst vorliegen, in der vergangenen Woche jedoch hat das britische Online-Magazin Climate Home bereits einen ersten Entwurf der „Zusammenfassung für Entscheidungsträger“ veröffentlicht. Die knapp 31 Seiten der durchgesickerten Zusammenfassung sind ein Warnruf an die Menschheit.

Dem Bericht zufolge wird es der Menschheit sehr wahrscheinlich nicht gelingen, die Erderwärmung in diesem Jahrhundert unter 1,5 Grad Celsius zu halten. Zu viele Emissionen haben sich bereits in der Atmosphäre angesammelt, zu drastisch müsste der Treibhausgasausstoß ab sofort sinken, um das verbleibende Emissionsbudget nicht zu sprengen. Schreitet die Erderwärmung voran wie bisher, so die Wissenschaftler, wird die Welt das 1,5-Grad-Limit in den vierziger Jahren dieses Jahrhunderts überschreiten. Das ist allerdings nur ein Durchschnittswert für den Globus, einige Regionen erleben schon jetzt sehr viel stärkere Temperaturanstiege, allen voran die Arktis.

Für Aufregung sorgt ebenso ein Vorab-Bericht über den kommenden IPCC-Sonderbericht zum 1,5-Grad des Blattes taz. Der Weltklimarat habe „das ehrgeizigste Ziel aus dem Pariser Abkommen zum Klimaschutz praktisch aufgegeben“. Der IPCC erkläre das 1,5-Grad-Ziel für „gescheitert“. Derzeit arbeitet der Weltklimarat intensiv an dem Sonderbericht zum 1,5-Grad-Ziel. Der Report soll abschätzen, ob und wie dieses Ziel zu erreichen ist. Laut taz-Bericht liege es „mit 66-prozentiger Wahrscheinlichkeit jenseits des Erreichbaren“, die Erderwärmung bis 2100 bei 1,5 Grad zu stoppen. „Beim jetzigen Tempo der Erwärmung würde die globale Mitteltemperatur die 1,5-Grad-Schwelle in den 2040er Jahren erreichen.“

Der Sonderbericht zum 1,5-Grad-Szenario wurde durch das Pariser Klimaabkommen von 2015 erforderlich. Auf Druck aus Afrika und Ozeanien hatten die UN-Staaten vereinbart, die Erderwärmung bis 2100 bei „deutlich unter zwei Grad“, möglichst bei 1,5 Grad, zu stoppen. Zuvor war noch das Zwei-Grad-Ziel der große Orientierungspunkt der Klimapolitik gewesen.

Wie der IPCC selbst mitteilt, liegen zwei Entwürfe des Berichts vor, die jedoch vertraulich sind und vom Weltklimarat nicht kommentiert werden. Seit Anfang Januar werde der zweite Entwurf einer Fachbegutachtung unterzogen, die noch bis Ende Februar andauere. Anfang Oktober soll dann die Endfassung des Sonderberichts veröffentlicht werden.

Quellen:

Evelyne Huber • 2018-01-15


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