Nachhaltigkeitskommunikation

Von Evelyne Huber und Claus Reitan. Wir kommunizieren Zukunftsfähigkeit.

Neuer Anlauf für neue Ziele

Österreich steht vor einem neuen Anlauf, die Umsetzung der globalen Entwicklungsziele voranzutreiben. Das zeigte ein Symposium am 15. Februar 2018 in Wien, zu dem das Ökobüro und SDG-Watch Austria geladen hatten. Der Generalsekretär des Nachhaltigkeits-Ministeriums, Josef Plank sieht die UN-Entwicklungsziele als Chance für Österreich. Er eröffnete mit einem Bekenntnis vor ca. 200 Interessierten die Diskussion:

„Wir bekennen uns zu den Zielen“

Gemeint sind die 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung, die Sustainable Development Goals (SDGs). Sie wurden 2015 von allen 193 UNO-Mitgliedern einstimmig beschlossen und 2016 von Österreich ratifiziert. Diese Ziele verpflichten zu einer ökologisch und sozial verantwortlichen Wirtschaftsweise sowie zu einer an Humanität und Gerechtigkeit orientierten Politik.

Initiative im EU-Halbjahr 2018

Wesentlich sind, so Plank, die Dekarbonisierung der Wirtschaft und eine an Nachhaltigkeit ausgerichtete Finanz- und Energiewirtschaft sowie eine nachhaltige Land- und Forstwirtschaft. Die Entwicklungsziele müssten als „Zukunftschance“ erkannt und so von der Regierung vermittelt werden. Die bisherigen Arbeiten daran „waren nicht von besonders dynamischen Ansätzen geprägt“, es braucht daher einen neuen Anlauf: „Wir sehen uns in der Verantwortung, zur Umsetzung der globalen Ziele beizutragen“. Das wird Österreich auch während des EU-Vorsitzes im zweiten Halbjahr 2018 begleiten: „Wir werden uns sehr anstrengen, einen Pfad aufzuzeigen“, sagte Plank, „und im internationalen Kontext darauf aufmerksam machen, dass wir auf Kosten anderer Regionen leben“.

„Nutzen Sie diese Chance“

Diesen Appell richtete Fred Luks an Josef Plank wegen des bevorstehenden EU-Vorsitzes durch Österreich, dabei allerdings die gesamte Regierung meinend. Fred Luks leitet das Zentrum für Nachhaltigkeit an der Wirtschafts-Universität Wien und sieht Österreich als „einen Hotspot der für Nachhaltigkeit relevanten Wissenschaften“. Sollen die Entwicklungsziele ernst genommen werden, dann ist eine „Governance-Strategie“ durch die Regierung erforderlich, ähnlich der Nachhaltigkeitsstrategie für Deutschland, denn: „Nachhaltigkeit ist nur integrativ zu haben“. Sie lediglich als ad on – als Ergänzung – zu betrachten, „funktioniert nicht“. Die Wirtschaft hat die mit den  Entwicklungszielen verbundenen Chancen – diese betreffen etwa ein Zehntel der Arbeitsplätze – erkannt, die Zivilgesellschaft ist kompetent und streckt ihre Hand aus, die die Regierung nur zu ergreifen braucht.

Turbo für Österreich

Das ist auch der Standpunkt von SDG Watch Austria, einer Initiative von 123 NGOs, die das von 16 Umweltorganisationen gebildete Ökobüro koordiniert. Namens dieser Allianz forderte Ökobüro-Geschäftsführer Thomas Alge, die SDGs und die Nachhaltigkeit in Österreich „zur Chefsache zu machen“. Die NGOs fordern die Regierung zur Umsetzung der Ziele auf, würden sie darin aber auch begleiten, sagte Thomas Alge in der Ökobüro-Veranstaltung zu den SDGs am 15. Februar 2018 in Wien. Die Nachhaltigkeitsziele anzustreben könnte „ein Turbo für die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung sein“, erläutert Alge in einem Gastkommentar für die Tageszeitung Der Standard.

Chancen für Österreich

Eine globale Orientierung an Nachhaltigkeit bringt Chancen auch für Österreichs Wirtschaft, um die global angestrebte Entwicklung zu einer umweltgerechten Wirtschaftsweise zu nutzen. Gesellschaft und NGOs stehen bereit, einige Unternehmen ebenso, gleichfalls die Bundesregierung und die meisten Parlamentsfraktionen. Dies zeigte sich bei einer Debatte zu Österreich 2030, zu der das Ökobüro und SDG-Watch in Wien geladen hatten. Die teils katastrophale Lage der Welt wirft Fragen auf, die 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung sind die Antwort. Wie ist eine Schonung der Ressourcen möglich? Wie gelingt eine Umstellung auf menschen- und umweltverträgliche Weise von Produktion und Konsum?

Indem die Staaten für die Ziele einer nachhaltigen Entwicklung arbeiten, zu der sich 2015 alle 193 Mitglieder der Vereinten Nationen  verpflichtet haben. Der Übergang zu globaler Nachhaltigkeit gilt manchen als große Transformation, ist jedenfalls mehr als „ein bisschen Weltretten“, wie Thomas Alge sagte.

Fotocredits zu allen Bildern: Elisabeth Pollak (c) ÖKOBÜRO

Weitere Informationen zu der Veranstaltung:  http://www.oekobuero.at/bmnt-generalsekretaer-plank-auf-oekobuero-veranstaltung-die-sdgs-sind-chance-fuer-oesterreich

Claus Reitan • 2018-02-16


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