Nachhaltigkeitskommunikation

Von Evelyne Huber und Claus Reitan

Es ist schön Mutter zu sein

Peter-Bast / pixelio.de

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Ab Mitte 30 entscheidet sich beinahe die Hälfte der österreichischen Paare mit vorherigem Kinderwunsch gegen die Elternschaft, so die neue Studie des Familienministeriums “Generations and Gender Survey”, wobei ein Blick in die www.statistik.at zeigt, dass das durchschnittliche Alter der Mutter bei 30,3 Jahren liegt. Zwar handelt es sich nur um einen Durchschnittswert, aber damit haben wir dennoch ein Problem. Was man auch an der Äußerung von Prof. Dr. Grubner, Präsident der Interessenvertretung der NÖ Familien, sieht. Er fordert in einer Presseaussendung am 4.4.2014 eine familienfreundliche Gesellschaft und meint, dass “den Anstrengungen, Familie und Beruf besser als bisher vereinbaren zu können, zukünftig besondere Priorität zukommen sollte”.

Besser als bisher? Sollten wir unsere Anstrengungen, unsere Familie und unserem Beruf  zu vereinbaren, priorisieren? Ein ziemlich provokante Forderung. Denn seit dem 20. Jahrhundert diskutieren wir ja schon darüber, wie dies gehen könnte. Wir tun nichts anderes. Rauf und runter, hin und her überlegen wir, wie wir es schaffen könnten, uns zugleich Beruf und Karriere einerseits und dem Leben in der Familie und der Betreuung von Kindern und pflegebedürftigen Personen andererseits widmen zu können. Und? Gibt es schin ein Diskussionsergebnis?

Nein! Denn die Sache mit der Prioritäten-Setzung funktioniert so eben nicht. “Es wäre ideal, wenn wir – als Einzelne und als Gesellschaft – ein Gleichgewicht erreichten könnten zwischen der Ernährung des Körpers und des Geistes, zwischen Arbeit und Freizeit, zwischen Altruismus und Eigennutz.” meinen der Journalist Hal Straus und der Psychiater Jerold J. Kreisman im Buch “Ich hasse Dich-verlass mich nicht. Die schwarzweiße Welt der Borderline-Persönlichkeit (S. 107) dazu. Und die beiden weisen in weiterer Folge darauf hin (S. 114) dass sich die Rollenmuster in den letzten 25 Jahren stark verändert haben und Frauen heute vor einer verwirrenden Ansammlung von Erwartungen stehen: Angefangen bei der alleinstehenden Karrierefrau über die verheiratete Karrierefrau und die traditionelle, erziehende Mutter bis hin zur Supermutter, die versucht Ehe, Karriere und Kinder erfolgreich unter einen Hut bringen will.

Diese Vereinbarkeitswahn hat einen hohen Preis: quälende Lebensentscheidungen, Belastungen der Beziehungen zu Mann und Kinder und der Stress, der aus all dem resultiert. Und schließlich: Verwirrung über das eigene Leben und die Lebensziele, was nicht selten in einer saftigen Borderline-Persönlichkeitensströrung endet. Fazit: Die Vereinbarkeit lässt sich nicht vereinbaren. Familie und Beruf lassen sich organisieren, aber nicht vereinbaren. Vereinbaren muss jedoch jede Frau mit sich selber, welches Leben sie führen will und welche Prioritäten sie in ihrem Leben setzen will. Und wenn hier bei einer Frau “Karriere” steht, dann lässt sich kein Kind “nebenbei” vereinbaren.

Und wenn mich nun jemand fragt, wie ich das mit meinen eigenen zwei Kindern gemacht habe, als sie klein waren, dann antworte ich: Ja, genau so. Dahinter steckt ein mir sehr wichtiger Gedanke: Ich lebe nicht für mich selber! Ich lebe für meine Ahnen und für meine Nachkommen. Ich gehöre zu einer Folge von Generationen, die ihren Ursprung in der Vergangenheit haben und sich in die Zukunft erstrecken. Und wannimmer es in der Vergangenheit Diskussionen darüber gab, folgte und folge ich stets einem Ziel: Das meiste im Leben ist ersetzbar, meine Kinder jedoch nicht!

Posted by Evelyne Huber

BewusstseinFamilieGesellschaftNachhaltigkeitVertrauenZukunft

Evelyne Huber • 2014-04-06


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