Nachhaltigkeitskommunikation

Von Evelyne Huber und Claus Reitan. Wir kommunizieren Zukunftsfähigkeit.

Wo sind die Medien in der Großen Transformation? 

Umweltbundesamt

Der Bericht 2017 zur Tagungsreihe in Schwanenwerder/Berlin rund um die Frage, wie kommen Anthropozän und Große Transformation in die Medien, ist erschienen. Wissenschaftlerinnen und Medienschaffende haben darin gemeinsam versucht, Verständigungslücken zu skizzieren und Verständigungsbrücken zu bauen.

Ausgangslage dafür war, dass wir Menschen den Planeten und zusehends auch uns selbst um- und überformt haben, zum Teil bereits über die Ver- und Erträglichkeitsgrenzen hinweg. Eine „Große Transformation“ wird daher gefordert und zwar möglichst schnell und nachhaltig. Das heißt: umsteuern, raus aus den planetaren und sozialen Sackgassen und wenden bei Energie, Verkehr, Agrar, Wachstum und Forschung. Denn ein „Weiter so wie bisher …“ gibt es nicht.

Über die letzten Jahre hinweg sind immer neue Studien, Forschungsberichte und „good practise“-Beispiele vorgestellt worden, die einen Beitrag zu dieser „Großen Transformation“ leisten könnten: Verknüpfung der Energie- mit der Verkehrswende, neues Wirtschaften im Zeichen der planetaren Grenzen sowie anspruchsvolle Empfehlungen für eine Nachhaltigkeitspolitik oder für zukünftige gesellschaftliche Wohlfahrt stellen einige Schwerpunkte dar.  Gleichzeitig formte sich die Medienlandschaft rasant und tiefgreifend neu, sowohl die Bedingungen für Medienschaffende als auch das Medien-Nutzerverhalten.

Daraus ergaben sich neue Fragen

Wie können die notwendigerweise komplexen Zusammenhänge kommuniziert werden – und zwar nicht allein auf der Problemseite, also den Herausforderungen, welchen sich Gesellschaften im Anthropozän stellen müssen, sondern vor allem auf der Lösungsseite? Und welche neuen Kommunikationsstrategien bei politischen Akteuren, auf Seiten der Wissenschaft und Zivilgesellschaft, aber auch in den Medien müssten entstehen, um einer „Großen Transformation“ den Weg zu ebnen.

Diese Fragen waren Thema einer Berliner Tagungsreihe in den Jahren 2015 bis 2017, welche in Zusammenarbeit des Forschungszentrums für Umweltpolitik an der FU Berlin, der Evangelischen Akademie Berlin, dem Wissenschaftsjournalisten Manfred Ronzheimer und mit der Unterstützung des BMUB/UBA sowie dem Bund für Umwelt und Naturschutz und der Bundeszentrale für Politische Bildung stattfand.

Am 10. und 11. Juli 2017  fand die dritte und letzte Tagung rund um das Thema „Große Transformation und die Medien. Alternativen zum Wachstum als Leitbild der Kommunikation“ in Berlin auf der Insel Schwanenwerder statt. Evelyne Huber moderierte am 10. Juli 2017 das Modul „Wandel in der Medienlandschaft und neue Akteure“.

Expertinnen und Experten sowie Vertreterinnen und Vertreter aus der Praxis von Umweltpolitik, Medien und NGOs waren eingeladen. Aus dem Diskurs wurden Schlussfolgerungen für den weiteren Umgang mit dem Thema eines umweltpolitischen Wissenstransfers gezogen.

Chinnapong / shutterstock

Umweltpolitik ist Gesellschaftspolitik

Fakt ist: Während viele Erkenntnisse in den vergangenen Jahren im Lichte der Wissenschaft standen, verblieben sie gleichzeitig im Schatten der (Massen-)Medien. Recht deutlich zeichnet sich als Restriktion ein Strukturwandel in der Medienlandschaft ab, sowohl ökonomisch, technisch, sozial und kulturell, mit weitreichenden Implikationen insbesondere für die klassischen Printmedien und ihre Rolle im demokratischen Gemeinwesen.

Umweltpolitik ist inzwischen (auch) Gesellschaftspolitik und tangiert mehr oder weniger fast alle Lebensbereiche – notwendig wäre daher umso mehr ein gesellschaftlicher Resonanzraum für Diskurse, anstehende Entscheidungen und Umorientierungen. Wie dieser öffentliche Resonanzraum unterstützt werden könnte, wurde bei den Tagungen am Beispiel der Ambivalenz permanenten wirtschaftlichen Wachstums erörtert. Dabei ging es auch um die Fähigkeit des Mediensystems, diese Informationen sowohl aufzunehmen als auch in diverse Empfängerkreise zu transportieren. Auch neue Erzählweisen (Narrative) wurden mit einbezogen, die den Medienbereich übersteigen, weil sie gesamtgesellschaftliche Bewusstseinslagen abbilden und beeinflussen.

Der Bericht ist hier downloadbar: https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/grosse-transformation-die-medien-alternativen

 

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Evelyne Huber • 2017-12-21


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